GESCHICHTE 


Die Existenz dieses ungewöhnlichen Gebäudes haben wir der Familie Von der Leyen zu verdanken. Eine Familie, die im 18.Jahrhundert die Stadt Krefeld ,durch Ihr Monopol zur Seidenherstellung, zu einer der bedeutendsten  Industriestädte des Rheinlandes machte.

Die hervorgehobene Gesellschaftliche Stellung drückte sich in zahlreichen Prachtbauten im Raum Krefeld und dem ländlichen Krefelder Umland aus.

So wurde im Jahre 1772 unter anderem das Schloss Leyenburg als sommerlicher Jagdsitz erbaut. Das Schloss war von einer großen Parkanlage im französischen Stil umgeben und diente zuerst ausschließlich der Vergnügung bei Jagd und Repräsentation. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es dann stetig bewohnt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde durch allerhöchsten Erlass die Kunststraße Moers-Aldekerk angelegt. Eine Maßnahme die die einst so prachtvollen barocken Gärten des Schlosses zerstörte und die Familie Von der Leyen zwang die Gestaltung der großzügigen Fläche zu überdenken.

Der Eigentümer Friedrich Johann Von der Leyen, ein angesehener Kunstsammler seiner Zeit, gewann für die Neugestaltung den namhaften Gartenarchitekten Joseph Clemens Weyhe, der nach 1847 einen englischen Landschaftsgarten auf kleinerer Fläche anlegte. Er verpflichtete hochkarätige Künstler seiner Zeit mit Aufträgen für zwei Monumente in seinem See. So wurden auf zwei künstlichen Inseln ein neugotisches Denkmal durch Friedrich von Schmidt und Ernst Friedrich Zwirner , sowie eine Adlersäule vom französischen Bildhauer Christophe Fratin erbaut. Es entstand ebenfalls ein neuer, ummauerter Garten auf der gegenüberliegenden Fläche der neuen Straße. Dieser wurde zur Zucht exotischer Gewächse ,wie Orchideen und Südfrüchten, genutzt. 

Im Jahre 1852 bestand nachweislich viel Bautätigkeit an und um Schloss Leyenburg. Das Schloss wurde um eine Etage aufgestockt und eine, für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliche, Dampfheizug wurde eingebaut. Um einen geschlossenen Innenhof wurden Remisen und Ställe erbaut und im ehemaligen Mauergarten auch der Pavillon im maurischen Stil, als pitoreskes Staffage-Gebäude des englischen Landschaftsgartens.

Der Pavillon sollte ,verbunden durch eine Sichtachse zum Park, als Repräsentations-und Rückzugsort dienen und wurde im damals schon exzentrischen "Maurischen" Stil erbaut. Wozu er genau genutzt wurde und wie der Urzustand des kleinen Parks aussah ist unklar, man kann sich aber eine großzügige gärtnerische Anlage mit Skulpturen und Palmen im orientalischen Stil hinzudenken und läge sicher nicht falsch.

Nach dem Tode von Friedrich Johann Von der Leyen im Jahre 1874, wurden Schloss und Pavillon von seinen Erben ausschließlich verpachtet. So ist bekannt, dass kurz danach das Schloss an den Grafen Spee ging und ab 1907 ein Leyen´scher Forstaufseher den Pavillon als Wohnraum nutzte. Man kann davon ausgehen ,dass spätestens zu dieser Zeit die Innenräume dadurch umgestaltet wurden. Wie diese sich zur Bauzeit darstellten ist leider nicht mehr nachzuvollziehen. 

Seit wir den Pavillon bewohnen, verbringen wir viel Zeit mit der geschichtlichen Recherche, da vieles bei so einer Restaurierung erst wieder "ursprünglich und dazugehörig" wirkt wenn man es authentisch wiederherstellt.